Verwaltung.modern

Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Verwaltungskooperation.at – Wissen über Kooperationsprojekte teilen und gemeinsam weiterentwickeln!

Die gemeinschaftliche Erbringung von öffentlichen Leistungen ist ein seit vielen Jahren etabliertes und erfolgreiches Organisationskonzept. Mit dem Ziel, Wissen zu teilen, die Wirtschaftlichkeit der Leistungsproduktion zu optimieren und auch qualitativ bessere Leistungen erbringen zu können, sind auf allen Ebenen eine große Zahl an sehr unterschiedlichen Kooperationen entstanden. Das KDZ hat einige dieser Kooperationsprojekte begleitet und Anfang 2008 die Plattform Verwaltungskooperation.at ins Leben gerufen, um den Austausch von Wissen über Kooperationsprojekte in der öffentlichen Verwaltung mit modernsten Mitteln zu fördern.

In der Publikation des KDZ ”Interkommunale Kooperation – zwischen Tradition und Aufbruch” im Jahr 2006 wurde versucht, den Stand der Fachdiskussion in Österreich (und den benachbarten deutschsprachigen Ländern) darzustellen und insbesondere für die Praxis praktische Anwendungen zu präsentieren. Insgesamt wurden mehr als 50 Kooperationsprojekte aus unterschiedlichen – primär kommunalen – Handlungsfeldern präsentiert. Im Zuge der Überlegungen, die Praxisbeispiele im Internet zugänglich zu machen, stellte sich die Frage nach der geeigneten Technologie. Selbstverständlich wäre es einfach gewesen, die Beispiele auf der KDZ-Website zu veröffentlichen. Die Hauptnachteile dieser Lösung wären gewesen, dass …

  • die Beispiele als statische HTML-Seiten auf der KDZ-Website veröffentlicht wären und damit kein Dialog zwischen den Experten in den Kooperationsprojekten entstanden wäre,
  • eine zeitnahe Aktualisierung erschwert worden wäre, weil sämtliche Änderungen und Aktualisierungen immer vom KDZ angestoßen und durchgeführt hätten müssen,
  • neue Projekte immer durch das KDZ recherchiert und publiziert werden hätten müssen.

Aus diesem Grund wurde Ende 2007 die Entscheidung gefällt, eine moderne Web 2.0 Plattform zu schaffen, die diese Nachteile nicht hat und insbesondere die Möglichkeit schafft, den Austausch von Wissen über Kooperationsprojekte in der öffentlichen Verwaltung zu forcieren. Für den Start der neuen Plattform hat das KDZ zunächst die in der erwähnten KDZ-Publikation publizierten Beispiele interkommunaler Zusammenarbeit und weitere im KDZ verfügbare Informationen in Form eines Wiki eingestellt. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos. Sie wird vom KDZ operativ betrieben und betreut. Recherchen sind sofort möglich. Wer Änderungen an bestehenden Inhalten vornehmen oder neue Projekte hinzuzufügen möchte, muss sich lediglich zuvor als Benutzerin bzw. Benutzer auf der Plattform anmelden.

Die Erfolgsgeschichte von Wikis

Die Stärke von Wikis wird eindrucksvoll von Wikipedia demonstriert, der mit Abstand umfangreichsten Enzyklopädie, die durch ihre Leser erweitert werden kann und sich bereits mehrmals im direkten Vergleich mit etablierten Enzyklopädien bezüglich der Qualität der Informationen erfolgreich behaupten konnte. Die ”Weisheit der Masse” zu erschließen ist dadurch möglich, dass es den Nutzerinnen und Nutzern einfach ermöglicht wird, das Wiki jederzeit selbst um eigenes Wissen zu ergänzen und damit in einen kollaborativen Arbeitsprozess einzutreten. Die Popularität von Wikipedia hat zu einer starken Verbreitung von Wikis auch für andere Einsatzzwecke geführt, etwa Wikis für spezielle Interessensgruppen, Stadtwikis, Wissensplattformen in Organisationen bis hin zu kleinen Intranet-Lösungen. Das KDZ setzt seit rund 2 Jahren die Wiki Technologie für sein eigenes Wissens- und Projektmanagement ein und hat die Erfahrungen dabei bereits auch an seine Mitglieder weitergegeben, beispielsweise im Rahmen von Wissensmanagement- und auch Bürgerserviceprojekten.

Die Plattform Verwaltungskooperation.at – ein semantisches Wiki

Derzeit stellt die Plattform Verwaltungskooperation ein sehr breit gefächertes Wissen über Verwaltungskooperationen zur Verfügung. Bislang sind vornehmlich österreichische Projekte aus dem kommunalen Bereich sowie von Bezirksverwaltungsbehörden dokumentiert (in Summe sind dies derzeit an die 60 Projekte). In Zukunft sollen aber vermehrt auch Projekte bzw. Beispiele aus anderen Ländern sowie Kooperationen der Bundesländer bzw. des Bundesverwaltung folgen. Ziel ist es, die Plattform als führende Ressource für Verwaltungskooperationen auf allen staatlichen Ebenen zu etablieren.

Die Plattform wurde in Form eines semantischen Wikis realisiert: Das rein textbasierte Wiki (Informationen werden in Form von Texten in einer Datenbank abgelegt) wird um semantische Informationen (Metadaten) erweitert, wodurch sich einige Vorteile für die Konsistenz der Inhalte, den Zugriff auf das Wissen und dessen Wiederverwendung ergeben.

Wissen nutzen

KooperationsprojektBei der Konzeption der Plattform haben wir großen Wert auf die Benutzerfreundlichkeit gelegt. Der Zugang zu den Daten ist über verschiedenste Zugangswege möglich. Frag man sich etwa, wie kann ich mir schnell einen Überblick über alle Kooperationsprojekte in einem Bundesland verschaffen, oder welche Projektideen gibt es zum Thema Stadt- und Gemeindeentwicklung oder Qualitätsmanagement, können diese Informationen schnell und einfach unter der Rubrik ”Nachschlagen” abgerufen werden. Spezielle Sortierfilter gestatten es, die große Anzahl von Projekten nach Kategorien wie Themenbereich, Staat, Bundesland oder Jahr des Projektstarts einzuschränken und sich auflisten zu lassen, wodurch die Notwendigkeit der Formulierung komplexer Suchanfragen entfallen kann. Selbstverständlich steht auch eine Volltextsuche zur Verfügung.

Zu jedem Projekt sind Kontaktpersonen und wichtige Kontaktdatenerfasst, die einen einfachen Kontakt zu einem Projektverantwortlichen eröffnen. In diesem Zusammenhang möchten wir noch auf ein hilfreiches Tool hinweisen, das wir auf der Plattform verwirklicht haben: So haben wir einen Google-Maps-Service eingebunden, um Projekte auch geografisch durch die Anzeige einer Landkarte besser einordnen zu können.

Einige Spezialseiten ermöglichen die Anzeige weiterer Informationen wie etwa beliebteste Seiten, die Auflistung von Attributen wie Rechts- und Organisationsform oder Websites, die Auflistung von Inhalten, die erstellt werden sollten, die längsten bzw. kürzesten Artikel, etc.

Neu hinzugekommene Seiten können ebenso wie die letzten Änderungen im Wiki als RSS-Feed angezeigt und somit auf anderen Websites oder in Web-Browsern angezeigt werden. Aus einer Spezialseite im Wiki können Daten im OWL/RDF-Format ausgegeben werden um sie in anderen Anwendungen weiter zu verwenden, wodurch zur Entwicklung des Semantic-Web beigetragen wird . Die Seitenstruktur ermöglicht es, einfach die wesentlichsten Eckdaten zu erfassen. Verweise zu weiteren Seiten (Themenbereiche, Kontaktpersonen, Projektpartnern etc.) ermöglichen die Erschließung weiterer Inhalte. Ein externer Link zu einer Pojekt-Website lädt die Besucherinnen und Besucher ein, sich weitergehend zu informieren. Änderungen an den Inhalten der Plattform sind jederzeit transparent nachvollziehbar, wodurch der gemeinsame Bearbeitungsprozess unterstützt wird.

Selbst Wissen bereitstellen

Bestehende Informationen auf der Plattform können selbst ergänzt und auch neue Projekte angelegt werden. Generell ist die Eingabe von Daten durch verschiedene Online-Formulare sehr einfach gestaltet. Wer jedoch neue Projekte anlegen will oder bestehende um sein Wissen ergänzen möchte, muss sich zunächst ein Benutzerkonto einrichten. Um Missbrauch vorzubeugen, können nur angemeldete Benutzerinnen und Benutzer Informationen ergänzen.

Die Qualität der Plattform Verwaltungskooperation.at hängt letztlich vom Engagement Vieler ab. Wir würden uns daher freuen, wenn Sie diesen Informationsservice nutzen und gleichzeitig auch ihr Wissen teilen. Denn im Gegensatz zu anderen Ressourcen hat Wissen einen unschätzbaren Vorteil: durch Teilen wird es mehr!


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