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Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Das Projekt TemRas und der Notfallsanitäter – Die Zukunft des Rettungsdienstes in Deutschland!

Autor: Dr. Lothar Barth, Beigeordneter der Stadt Aachen

Aufgrund des demografischen Wandels, unattraktiver Rahmenbedingungen und einer nicht angepassten Ausbildungssituation in den letzten Jahren leidet Deutschland unter einem akuten Ärztemangel1. Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Die kreisfreien Städte sowie Landkreise als Träger des Rettungsdienstes in Deutschland sind hinsichtlich der Aufrechterhaltung des Rettungsdienstes, insbesondere bei der Akquirierung von Notärzten, schon jetzt mit dieser Situation konfrontiert. In ländlichen Gebieten2, in denen die Flächendichte von Ärzten sowieso geringer ist als in Ballungszentren, ist dieser negative Aspekt im Rettungsdienst deutlich spürbar.

Beigeordneter Dr. Barth und Stellv. Kommandant Herr Schäfer lassen sich die Deckenkamera und die telemetrische Ausstattung im RTW erklären. Der Arbeitsplatz des Telenotarztes (nicht im Bild) ähnelt dem Arbeitsplatz eines Leitstellendisponenten.

Die Stadt Aachen war Partner des Projektkonsortiums unter Führung des Universitätsklinikums der RWTH beim Forschungsprojekt „Telemedizinisches Rettungsassistenzsystem “ (TemRas)3. Dieses Forschungsprojekt konnte nun erfolgreich beendet und der Telenotarztdienst (TNA-D) als reguläre Unterstützung des Rettungsdienstes der Berufsfeuerwehr (BF) Aachen installiert werden4. Kerngedanke dabei ist, dass erstmals moderne Telekommunikationsmöglichkeiten genutzt werden um die Teams in den Rettungswägen (RTW) des Rettungsdienstes der BF durch eine dauerhafte digitalgestützte Kommunikation mit einem Arzt (Telenotarzt) zu unterstützen. Dabei werden die Vitalparameter, die Sprache und gegebenen falls Bildmaterial vom Rettungswagen telemetrisch an den Telenotarzt gesendet. Der Rettungsassistent kann also permanent mit einem Telenotarzt kommunizieren und diesem ausgebildeten Notarzt werden sämtliche Daten des Patienten in Echtzeit übermittelt. Durch das zur Verfügung stellen sämtlicher Vitaldaten des Patienten auf seinem Bildschirm ist der Telenotarzt in der Lage, eine Anamnese und Diagnose zu stellen sowie therapeutische Maßnahmen auf das Rettungsdienstpersonal zu delegieren. Der Telenotarzt ist dem Rettungsdienstpersonal gegenüber in medizinisch-organisatorischen Angelegenheiten weisungsbefugt. Die Daten des Patienten mit einer Lageeinschätzung und einer Diagnose werden in Echtzeit ebenfalls an die Notaufnahme des Krankenhauses übermittelt, so dass auch hier ein klares Diagnose- und Patientenbild bei der Ankunft des Rettungswagens vorherrscht5. Weiterlesen »

Datenwolken für die Öffentliche Verwaltung

Cloud Computing zählt zu den Megatrends in der IT. Die Technologie verspricht großes Potenzial bei der Konsolidierung und Optimierung von IT-Ressourcen, der Modernisierung von Rechenzentren und letztlich bei Kostenersparnis. Doch wie steht es um Datenschutz und Sicherheit? Ist Cloud Computing überhaupt ein Thema für die Öffentliche Verwaltung?

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Mario Livio, “Ist Gott ein Mathematiker?” (Rezension)

Die Philosophie ist ins große Buch des Universums eingeschrieben, und dieses Buch liegt ständig offen vor unseren Augen. […] Es ist in der Sprache der Mathematik geschrieben, und seine Schriftzeichen sind Dreiecke, Kreise und andere geometrische Figuren. Diesem Zitat Galileis verdankt das hier besprochene, mit Anmerkungsapparat, Literaturverzeichnis, Personenregister sowie Bildnachweis für die 64 Abbildungen ausgestattete Mario-Livio-Buch Ist Gott ein Mathematiker? offenbar seinen Untertitel: Warum das Buch der Natur in der Sprache der Mathematik geschrieben ist. In Livios Buch sollen „Erkenntnisse zur Sprache kommen, die die größten Mathematiker, Physiker, Philosophen, Kognitionswissenschaftler und Linguisten vergangener Jahrhunderte und unserer Zeit gewonnen haben. Auch will ich die Meinungen und Vorbehalte vieler moderner Denker würdigen“, so Livio. Zu den Inhalten des Buches gehören also: Leben und Wirken von Mathematikern, Entwicklung der Mathematik, Auswirkungen der Mathematik auf das Wissen in zunehmend mehr Lebensbereichen. Weiterlesen »

Staatssekretärin Brigitte Zypries plädiert für Netzneutralität in der EU

Die Pläne der US-Telekommunikationsbehörde zu einem Zweiklasseninternet haben nun auch die Bundesregierung auf den Plan gerufen. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, erklärte, man werde sich auf EU-Ebene weiter für die Netzneutralität einsetzen.

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Verfassungsschutz setzt Fokus auf „gewaltbereite Extremisten“ – Ein Vorbild für die Kommunen?

Autor: Prof. Dr. Arnd Diringer, HVF Ludwigsburg

Nach Angaben des Handelsblatt erfolgt beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ein „Priorisierungsprozess“. Der Fokus der Sicherheitsbehörde soll sich künftig vor allem auf gewaltbereite Extremisten richten, die Beobachtung anderer Gruppen werde reduziert [1]. Was das genau bedeutet, steht noch nicht fest. Die Überlegungen des BfV werfen aber die Frage auf, ob auch andere staatliche Bereiche, insbesondere die Kommunen, über eine Schwerpunktsetzung nachdenken sollten.

Obwohl zumeist kein kommunaler Bezug besteht, leiden gerade die Gemeinden unter den Auswirkungen des politischen Extremismus. Das gilt nicht „nur“, wenn verfassungsfeindliche Vereinigungen eine Großveranstaltung oder eine Demonstration in einer bestimmten Stadt durchführen. Vielmehr sind Kommunen auch bei ihrer täglichen Arbeit, insbesondere in der Jugendarbeit, immer wieder mit politischem Extremismus konfrontiert.
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Vorbilder für Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen gesucht

Energieeffizienzmaßnahmen senken Kosten und eröffnen Wege aus der schwierigen Finanzsituation vieler öffentlicher Haushalte. Für den Wettbewerb „Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen – Gute Beispiele 2014“ sucht die Deutsche Energie-Agentur (dena) auch in diesem Jahr wieder vorbildliche Projekte, die zu Endenergieeinsparungen beitragen. Teilnahmeschluss ist der 14. Juli 2014.

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John Cornwell: “Die Beichte” (Rezension)

Trotz Fastenzeit: Schokolade ist erlaubt. Sogar kirchlicherseits. Und Nägelkauen auch. „Zu der umstrittenen Frage des Nägelkauens meint [der jesuitische Autor Henry Joseph] Davis, dass es das Fasten nicht bricht, ‘aber das Abbeißen und Schlucken kleiner Hautstückchen des Fingers kann dies bewirken, wenn die Stückchen nicht absolut winzig und nicht mit Speichel vermischt sind‘“, so John Cornwell in seinem Buch Die Beichte. In diesem Buch sind neben diesen unfreiwillig komischen Davis-Ausführungen noch weitere Absurditäten und groteske Szenen zu finden, beispielsweise, wenn in einer Gefängniskapelle mangels anderer Möglichkeiten die Beichte auf dem Herrenklo stattfinden muss („Der Pater saß auf der Toilettenschüssel und ich kniete vor ihm“, zitiert Cornwell einen Gefängniswärter-Sohn) oder wenn ein erwachsener Beichtvater auf einen beichtenden Buben trifft, der „die Frage des Priesters, ob er ’mit sich selber spiele‘“ falsch versteht und antwortet, „ja, das täte er oft. Er habe nur eine Schwester, und die sei noch ein Baby.“ Leider aber reichen diese grotesken Szenen nicht aus, dass Cornwells Buch das Romantiker-Ideal sublime et grotesque erfüllt. Denn nach Abschluss der Lektüre dachte ich: Am Beichtsakrament ist nichts sublime (erhaben), aber eine Menge schäbig. Worum geht es nun in dem Buch? Im ersten Teil blickt Cornwell auf die Entwicklung des Bußsakraments zurück. „Dass die Geschichte der Beichte bis heute aber auch eine Geschichte von Macht und Unterdrückung ist, hat indes mit einem besonderen Aspekt der Beichtpraxis zu tun – dass nämlich Kinder schon im Alter von sieben Jahren die Beichte ablegen. Wie diese Regel im frühen 20. Jahrhundert entstand, wie dies als Machtinstrument ausgenutzt wurde und zugleich den Freiraum für Missbrauch öffnete – das ist die dunkle Geschichte der Beichte, deren Folgen bis heute spürbar sind“. Weiterlesen »

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