Verwaltung.modern

Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Willkommenskultur – Voraussetzung für eine nachhaltige Anerkennungskultur

Referentin: Anne Kathrin Müller, Beauftragte für Migration und Integration, Stadt Ludwigsburg

Studium Generale 01.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.225, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Von manchen als ethische Handlungsgrundlage von Individuen und Gesellschaft gefordert, von manchen als leere Phrase kritisiert, von manchen auch als Beginn des Endes vermeintlich homogener nationaler Kultur gefürchtet – im Zuge zunehmender Migration aus der EU und weltweiten Krisengebieten ist der Begriff „Willkommenskultur“ überall präsent.
Doch was bedeutet Willkommenskultur konkret – sind es klatschende Menschen am Hauptbahnhof München, die Erleichterung bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder interkulturell offene Organisationen? Was bedeutet Willkommenskultur für die Ethik unserer Gesellschaft und für die Integration? Zur Veranschaulichung dienen Praxisbeispiele aus meiner Arbeit als Beauftragte ergänzend.

Dieser Vortrag betrachtet die Entwicklung des Begriffs „Willkommenskultur“ im gesellschaftlichen Diskurs des letzten Jahres. Auf dieser Grundlage geht er den Fragen nach, welche Rolle Willkommenskultur über ein Willkommen-heißen Neuzugewanderter hinaus in der Integration spielt und wie Willkommenskultur nachhaltig gestaltet werden kann.

Das Urheberrecht in der kommunalen Praxis

Referentin: Sabine Baumgärtner, Diplomverwaltungswirtin

Studium Generale: 01.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Die Einladung zur Weihnachtsfeier im Kindergarten mit einem kleinen Weihnachtsgedicht aus dem Internet geschmückt – und schon ist es passiert: Was sicherlich mit keiner bösen Absicht verbunden war und von der Mehrheit in der Bevölkerung sicherlich auch nicht als moralisch verwerflich gesehen wird, führt unweigerlich zum mehrseitigen rechtsanwaltlichen Abmahnschreiben mit Forderungen nach Schadenersatz und einer Selbstverpflichtung unter Strafzahlungsvorbehalt, das aber auch wirklich nie wieder zu tun.

In einer Zeit, in der auch durch den „Durchschnittsuser“ technisch perfekte Kopien von Bildern und Musik erstellt, Dateien veröffentlicht, heruntergeladen und geteilt werden können, in der also vieles technisch machbar ist, kommt dem Urheberrecht als Korrektiv immer mehr an Bedeutung zu, und das Urheberrecht stellt längst kein rechtliches Spezialgebiet mehr dar, sondern ist im Alltag der breiten Bevölkerung angekommen.

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Sind wir ohne Geodaten orientierungslos?

Referent: Luz Berendt, Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung (LGL)

Studium Generale 23.3.2016, 15:55, PH-Hörsaal 2.101, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Wie komme ich von der Büchsenstraße 54 in Stuttgart in die Reuteallee 36 in Ludwigsburg? Wo ist der beste Standort für eine Windkraftanlage? Wie wird morgen das Wetter?

Für Antworten auf all diese Fragen werden Geodaten benötigt. Deshalb sind sie aus allen gesellschaftlichen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Für Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Freizeit und Sport sind Geodaten eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Laut einer wissenschaftlichen Studie haben 57 % aller Informationen in Wikipedia einen Georaumbezug.

Wie entstehen Geodaten? Wie werden sie für jedermann verständlich? Wo verwendet beispielsweise Google sie? Diesen und weiteren Fragen widmet sich Luz Berendt, Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL); denn dort werden die Geodaten vorgehalten, ständig aktualisiert und bereitgestellt. Da unser Leben von so vielen Geodaten durchdrungen ist, möchte er mit Ihnen am 23. März 2016 diskutieren: „Sind wir ohne Geodaten orientierungslos?“

Interkulturelle Öffnung als ethische Maxime

Referentin: Prof. Dr. Andrea Cnyrim, Hochschule Karlsruhe

Studium Generale 9.3.2016, 15:55, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Im Zuge der Diskussion und Umsetzung einer nachhaltigen Willkommens- und Bleibekultur in Deutschland stell sich öffentlichen Verwaltungen automatisch auch die Frage nach den Leitlinien ihres Handelns als der Gesellschaft gegenüber verantwortlichen Organisationen.
In diesem Vortrag wird der Prozess der nachhaltigen Verankerung interkultureller Öffnung am Fallbeispiel des Landkreises Germersheim mit Blick auf die ethischen Grundsätze und die gesellschaftliche Verpflichtung öffentlicher Verwaltungen erörtert. Dabei steht im Vordergrund, wie öffentliche Verwaltungen ganzheitlich und nachhaltig zur Lösung derjenigen drängenden sozialer Probleme im lokalen Umfeld beitragen können, die durch den demographischen Wandel und die Zunahme kultureller Heterogenität in Deutschland entstehen.

Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Referent: Prof. Dr. Armin Lude, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Studium Generale 9.3.2016, 15:55, PH-Hörsaal 2.101, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, dessen Wurzeln mehr als 300 Jahre zurück reichen. Eine nachhaltige Entwicklung basiert auf der Vorstellung, dass eine zukunftsfähige Gesellschaft nur möglich ist, wenn die Anforderungen an die Natur in Bezug auf Umweltschutz (Ökologie), wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (Ökonomie) und soziale Verantwortung (Soziales, Kultur) ausgeglichen sind.

Zur Erreichung dieses Zieles haben die Vereinten Nationen unter Leitung der UNESCO weltweit die „Dekade Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ ausgerufen, die nun im Rahmen eines „Weltaktionsprogramms“ (WAP) fortgeführt wird. Den Hochschulen kommt „Zukunftswerkstätten“ eine Bedeutung zu. Sie vermitteln zukünftigen Entscheidungsträger/innen wichtiges Wissen und Kompetenzen zur verantwortlichen Gestaltung der Welt von morgen. Die zunehmende Bedeutung der BNE wird auch durch den neuen Bildungsplan deutlich, in dem BNE als ein Leitprinzip verankert ist.

Im Beitrag werden nach einer kurzen Einführung zur Geschichte die unterschiedlichen Verständnisse von Nachhaltigkeit aufgezeigt. Ausgehend von Beispielen aus (Schul-)Verwaltung und Industrie wird die Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung und deren Hindernisse thematisiert. Außerdem werden beispielhafte pädagogische Umsetzungen des Themas vorgestellt und diskutiert. Hierzu gehören vom Referenten entwickelte Simulationsspiele, Rollenspiele wie auch “moderne” Umsetzungen mit mobilen Endgeräten.

Zum Referenten:

Der Referent ist Professor für Biologie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Seine Schwerpunkte in Wissenschaft und Praxis liegen im Bereich Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. So leitet er verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur BNE (wie Entwicklung von Materialien in Zusammenarbeit mit dem NABU, der NAJU oder der Filmakademie, Forschungen zur Wirkung von Geogames mit Smartphones zur Wertschätzung der Biologischen Vielfalt). Er ist Sprecher des landesweiten BNE-Hochschulnetzwerkes. Neuere Buchveröffentlichungen sind „Nachhaltigkeit erleben“, „Wildnisbildung“ und „Startkapital Natur“ (alle oekom München).

Nachhaltigkeit bei Textilien – Fiktionen, Fakten und Chancen

Referent: Dipl.Ing. (FH) Kai Nebel, Fakultät Textil und Design, Hochschule Reutlingen

Studium Generale 2.3.2016, 15:55, Raum Nr. 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Der Ressourcenverbrauch in unserer Industrie- und Konsumgesellschaft steigt rasant, wobei die zur Verfügung stehenden Rohstoffe gleichzeitig knapper werden. Statistisch gesehen „verbraucht“ jeder Bundesbürger nahezu 28 kg Textilien pro Jahr. In der Textil- und Modebranche ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ schon zur Mode geworden. Nahezu alle Unternehmen und Akteure schreiben sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen, ob in konkreten Aktionen oder als Marketingkampagne. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich die meisten Kampagnen als sogenanntes „greenwashing“, wenn es um Recycling, Ressourcenschonung oder Ökologie geht. Kann eine echte nachhaltige Entwicklung, angesichts unseres Konsumverhaltens überhaupt eine Chance haben? Welche Rolle spielen dabei globale und regionale bzw. kommunale Aspekte? Und was können wir als „Verbraucher“ von Textilprodukten zur Nachhaltigkeit beitragen? Eine kritische Betrachtung der Zusammenhänge.

Open Data – Ein Konzept der Zukunft?

Handlungsempfehlungen an eine Stadt

Von Esther Baral

Open Data bzw. Open Government Data, ein Konzept, das für den öffentlichen und freien Zugang zu Regierungs- und Verwaltungsdaten steht, die frei genutzt, zusammengeführt und weiterverwendet werden können, ist nun auch ein aktuelles Trendthema in Deutschland. Forderungen an Politik und Verwaltung nach einer neuen offenen Verwaltungskultur werden immer lauter.

Als zentraler Bestandteil und Grundlage für diese neue Verwaltungskultur, die mit dem Begriff „Open Government“ beschrieben wird, soll Open Data zur Stärkung von Transparenz, Partizipation und Kollaboration beitragen und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik, Bürgern und Wirtschaft ermöglichen.

Während in Ländern wie den USA der Transparenzgedanke durch das vielfältige Angebot offener Daten bereits praktisch gelebt wird, befindet sich Deutschland erst am Anfang dieser Entwicklung.

Allerdings wird das Ziel der Transparenz von Regierung und Verwaltung auch in Deutschland immer mehr rechtlich verankert. So fordert beispielsweise die INSPIRE-Richtlinie der EU, aber auch das geplante Informationsfreiheitsgesetz Baden-Württemberg, die Veröffentlichung von Daten des öffentlichen Sektors oder begründen den Anspruch auf Zugang zu Informationen von Regierung und Verwaltung auf Antrag. Die Erfüllung dieser Forderungen kann ein erster Schritt zur Realisierung von Open Data darstellen.

Viele Handlungsfelder lassen sich zur Umsetzung identifizieren. Diese sind vor allem organisatorischer, rechtlicher und technischer Art. Ebenso spielen die Stakeholder (Anspruchsgruppen) eine entscheidende Rolle bei der Effizienz und Effektivität des Angebots. Ihre Bedürfnisse und Wünsche müssen bekannt sein, um den Erfolg eines solchen Projekts herbeizuführen. Interne Stakeholder (z.B. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, politische Mandatsträger,…) sind dabei genauso zu berücksichtigen wie externe. Denn zur erfolgreichen Umsetzung des Ansatzes bedarf es eines Wandels der Verwaltungskultur zu mehr Offenheit gegenüber Dritten.

Stakeholder einer Verwaltung

Während viele Verwaltungen das Thema aufgrund zahlreicher Hürden eher misstrauisch beäugen, haben sich einige wenige Städte in Deutschland der Umsetzung des Projekts “Open Data” verschrieben und versprechen sich einen Nutzen davon. Trotz der bislang eher geringen Anzahl der veröffentlichten Datensätze konnte jedoch schon die eine oder andere nützliche Anwendung entwickelt werden. Weiterlesen »

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