Verwaltung.modern

Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Von Stuttgart 21 zu Pegida – Sind wütende Bürgerinnen und Bürger eine Gefahr oder eine Bereicherung für die Demokratie?

Referent: Felix Steinbrenner, Fachreferent Extremismusprävention, Landeszentrale für politische Bildung

Studium Generale 08.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Ob in Stuttgart bei Protesten gegen Stuttgart 21 oder in Dresden bei Pegida. Proteste wütender Bürgerinnen und Bürger sind Medienereignisse und fordern die Politik zu Reaktionen heraus.
Doch wie sind die Proteste demokratietheoretisch zu werten? In einer Deutung berufen sie sich auf den „gesunden Menschenverstand“, wenden sich gegen vermeintlich korrupte Eliten, moralisieren und polarisieren. Das stellt ein politisches System und eine politische Kultur, die auf Dissens, Auseinandersetzung und schließlich Konsensfindung ausgelegt sind, vor große Herausforderungen. In einer anderen Deutung schließen die Proteste die „Repräsentationslücke“ und integrieren Positionen in das politische System, die durch die Parteien und Medien nicht abgedeckt sind.

Willkommenskultur – Voraussetzung für eine nachhaltige Anerkennungskultur

Referentin: Anne Kathrin Müller, Beauftragte für Migration und Integration, Stadt Ludwigsburg

Studium Generale 01.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.225, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Von manchen als ethische Handlungsgrundlage von Individuen und Gesellschaft gefordert, von manchen als leere Phrase kritisiert, von manchen auch als Beginn des Endes vermeintlich homogener nationaler Kultur gefürchtet – im Zuge zunehmender Migration aus der EU und weltweiten Krisengebieten ist der Begriff „Willkommenskultur“ überall präsent.
Doch was bedeutet Willkommenskultur konkret – sind es klatschende Menschen am Hauptbahnhof München, die Erleichterung bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder interkulturell offene Organisationen? Was bedeutet Willkommenskultur für die Ethik unserer Gesellschaft und für die Integration? Zur Veranschaulichung dienen Praxisbeispiele aus meiner Arbeit als Beauftragte ergänzend.

Dieser Vortrag betrachtet die Entwicklung des Begriffs „Willkommenskultur“ im gesellschaftlichen Diskurs des letzten Jahres. Auf dieser Grundlage geht er den Fragen nach, welche Rolle Willkommenskultur über ein Willkommen-heißen Neuzugewanderter hinaus in der Integration spielt und wie Willkommenskultur nachhaltig gestaltet werden kann.

Das Urheberrecht in der kommunalen Praxis

Referentin: Sabine Baumgärtner, Diplomverwaltungswirtin

Studium Generale: 01.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Die Einladung zur Weihnachtsfeier im Kindergarten mit einem kleinen Weihnachtsgedicht aus dem Internet geschmückt – und schon ist es passiert: Was sicherlich mit keiner bösen Absicht verbunden war und von der Mehrheit in der Bevölkerung sicherlich auch nicht als moralisch verwerflich gesehen wird, führt unweigerlich zum mehrseitigen rechtsanwaltlichen Abmahnschreiben mit Forderungen nach Schadenersatz und einer Selbstverpflichtung unter Strafzahlungsvorbehalt, das aber auch wirklich nie wieder zu tun.

In einer Zeit, in der auch durch den „Durchschnittsuser“ technisch perfekte Kopien von Bildern und Musik erstellt, Dateien veröffentlicht, heruntergeladen und geteilt werden können, in der also vieles technisch machbar ist, kommt dem Urheberrecht als Korrektiv immer mehr an Bedeutung zu, und das Urheberrecht stellt längst kein rechtliches Spezialgebiet mehr dar, sondern ist im Alltag der breiten Bevölkerung angekommen.

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Sind wir ohne Geodaten orientierungslos?

Referent: Luz Berendt, Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung (LGL)

Studium Generale 23.3.2016, 15:55, PH-Hörsaal 2.101, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Wie komme ich von der Büchsenstraße 54 in Stuttgart in die Reuteallee 36 in Ludwigsburg? Wo ist der beste Standort für eine Windkraftanlage? Wie wird morgen das Wetter?

Für Antworten auf all diese Fragen werden Geodaten benötigt. Deshalb sind sie aus allen gesellschaftlichen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Für Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Freizeit und Sport sind Geodaten eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Laut einer wissenschaftlichen Studie haben 57 % aller Informationen in Wikipedia einen Georaumbezug.

Wie entstehen Geodaten? Wie werden sie für jedermann verständlich? Wo verwendet beispielsweise Google sie? Diesen und weiteren Fragen widmet sich Luz Berendt, Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL); denn dort werden die Geodaten vorgehalten, ständig aktualisiert und bereitgestellt. Da unser Leben von so vielen Geodaten durchdrungen ist, möchte er mit Ihnen am 23. März 2016 diskutieren: „Sind wir ohne Geodaten orientierungslos?“

Interkulturelle Öffnung als ethische Maxime

Referentin: Prof. Dr. Andrea Cnyrim, Hochschule Karlsruhe

Studium Generale 9.3.2016, 15:55, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Im Zuge der Diskussion und Umsetzung einer nachhaltigen Willkommens- und Bleibekultur in Deutschland stell sich öffentlichen Verwaltungen automatisch auch die Frage nach den Leitlinien ihres Handelns als der Gesellschaft gegenüber verantwortlichen Organisationen.
In diesem Vortrag wird der Prozess der nachhaltigen Verankerung interkultureller Öffnung am Fallbeispiel des Landkreises Germersheim mit Blick auf die ethischen Grundsätze und die gesellschaftliche Verpflichtung öffentlicher Verwaltungen erörtert. Dabei steht im Vordergrund, wie öffentliche Verwaltungen ganzheitlich und nachhaltig zur Lösung derjenigen drängenden sozialer Probleme im lokalen Umfeld beitragen können, die durch den demographischen Wandel und die Zunahme kultureller Heterogenität in Deutschland entstehen.

Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Referent: Prof. Dr. Armin Lude, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Studium Generale 9.3.2016, 15:55, PH-Hörsaal 2.101, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, dessen Wurzeln mehr als 300 Jahre zurück reichen. Eine nachhaltige Entwicklung basiert auf der Vorstellung, dass eine zukunftsfähige Gesellschaft nur möglich ist, wenn die Anforderungen an die Natur in Bezug auf Umweltschutz (Ökologie), wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (Ökonomie) und soziale Verantwortung (Soziales, Kultur) ausgeglichen sind.

Zur Erreichung dieses Zieles haben die Vereinten Nationen unter Leitung der UNESCO weltweit die „Dekade Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ ausgerufen, die nun im Rahmen eines „Weltaktionsprogramms“ (WAP) fortgeführt wird. Den Hochschulen kommt „Zukunftswerkstätten“ eine Bedeutung zu. Sie vermitteln zukünftigen Entscheidungsträger/innen wichtiges Wissen und Kompetenzen zur verantwortlichen Gestaltung der Welt von morgen. Die zunehmende Bedeutung der BNE wird auch durch den neuen Bildungsplan deutlich, in dem BNE als ein Leitprinzip verankert ist.

Im Beitrag werden nach einer kurzen Einführung zur Geschichte die unterschiedlichen Verständnisse von Nachhaltigkeit aufgezeigt. Ausgehend von Beispielen aus (Schul-)Verwaltung und Industrie wird die Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung und deren Hindernisse thematisiert. Außerdem werden beispielhafte pädagogische Umsetzungen des Themas vorgestellt und diskutiert. Hierzu gehören vom Referenten entwickelte Simulationsspiele, Rollenspiele wie auch “moderne” Umsetzungen mit mobilen Endgeräten.

Zum Referenten:

Der Referent ist Professor für Biologie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Seine Schwerpunkte in Wissenschaft und Praxis liegen im Bereich Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. So leitet er verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur BNE (wie Entwicklung von Materialien in Zusammenarbeit mit dem NABU, der NAJU oder der Filmakademie, Forschungen zur Wirkung von Geogames mit Smartphones zur Wertschätzung der Biologischen Vielfalt). Er ist Sprecher des landesweiten BNE-Hochschulnetzwerkes. Neuere Buchveröffentlichungen sind „Nachhaltigkeit erleben“, „Wildnisbildung“ und „Startkapital Natur“ (alle oekom München).

Nachhaltigkeit bei Textilien – Fiktionen, Fakten und Chancen

Referent: Dipl.Ing. (FH) Kai Nebel, Fakultät Textil und Design, Hochschule Reutlingen

Studium Generale 2.3.2016, 15:55, Raum Nr. 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Der Ressourcenverbrauch in unserer Industrie- und Konsumgesellschaft steigt rasant, wobei die zur Verfügung stehenden Rohstoffe gleichzeitig knapper werden. Statistisch gesehen „verbraucht“ jeder Bundesbürger nahezu 28 kg Textilien pro Jahr. In der Textil- und Modebranche ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ schon zur Mode geworden. Nahezu alle Unternehmen und Akteure schreiben sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen, ob in konkreten Aktionen oder als Marketingkampagne. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich die meisten Kampagnen als sogenanntes „greenwashing“, wenn es um Recycling, Ressourcenschonung oder Ökologie geht. Kann eine echte nachhaltige Entwicklung, angesichts unseres Konsumverhaltens überhaupt eine Chance haben? Welche Rolle spielen dabei globale und regionale bzw. kommunale Aspekte? Und was können wir als „Verbraucher“ von Textilprodukten zur Nachhaltigkeit beitragen? Eine kritische Betrachtung der Zusammenhänge.

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