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Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

FH-Kehl und die weite Welt – Umfrage zum Thema: Studienreisen

Bereits seit vielen Jahren ermöglicht die Fachhochschule Kehl ihren Studierenden ihre Verwaltungserfahrungen auch um ausländische Verwaltungseindrücke zu erweitern. In regelmäßigen Abständen finden daher Reisen von Studierenden und Professoren nach China, Südafrika und in die Vereinigten Staaten statt. Bei diesen rund zweiwöchigen Aufenthalten sollen Studierende und auch Professoren Einblicke in andere Verwaltungsstrukturen und Arbeitsweisen gewinnen.

Prof. Dr. Fieguth ist Professor für Personal, Organisation und Kommunikation an der Fachhochschule Kehl. Gemeinsam mit Madame Kipp, der Leiterin des Auslandsamtes der Fachhochschule, begleitet er in regelmäßigen Abständen die Studienreise nach Südafrika.

  • Herr Fieguth, was sind ihre Beweggründe mit 14 Studierenden rund 2 Wochen nach Südafrika zu fliegen?

Fieguth: Es ist vor allem die Lust, das Andere zu entdecken und vor dem Hintergrund neuer Erfahrungen das Eigene auch in Frage zu stellen. Neudeutsch nennt sich das wohl „cross cultural learning”. Mit einer Studierendengruppe in offizieller Mission öffnet sich auch so manche Türe, hinter die man als Einzelreisender nicht schauen könnte. Im Jahre 2008 wollen wir uns etwa im Vergleich zu Südafrika auch anschauen, wie die Stadtverwaltung in Maputo (Mosambik) funktioniert.

  • Warum sollten Studierende aus ihrer Sicht an einer Studienreise teilnehmen?

Fieguth: Die organisierten Studienreisen bieten eine gut vorbereitete und gleichzeitig weitgehend geschützte Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln. Das reicht von den fachlichen Aspekten in der Vorbereitung und während der Studienreise über die Gruppendynamik in der Studiengruppe bis hin zu der Möglichkeit des Kennenlernens fremder Studien- und Verwaltungswelten. Und es ist auch immer ein (kleinerer oder größerer) persönlicher Reifungsprozess, denn auf jeder Studienreise gibt es herausfordernde Situationen, in denen sich die Studierenden bewähren müssen. Das kann ein Referat vor südafrikanischen Professoren und Studierenden sein, die Organisation und Übergabe von Spenden in einem Aids-Hospiz oder unerwartete Überraschungen auf der Reise selbst.

  • Konnten Sie Erfahrungen, sowohl persönliche wie auch fachliche, die Sie in der südafrikanischen Verwaltung gesammelt haben, auch in ihrer täglichen Arbeit einbringen?

Fieguth: Sicher habe ich davon viel profitiert, gerade im Hinblick auf die personelle und organisatorische Reform von Verwaltungen. Oft sind es kleine Beispiele, etwa wie sich unter wesentlich stärkerer Ressourcenbeschränkung als bei uns doch Dinge bewegen lassen. Manches lässt einen natürlich auch erschrecken. Aber gerade beim Fachsimpeln mit Kollegen und Kolleginnen in Südafrika lassen sich Parallelen und Unterschiede gut herausfinden. Auf der persönlichen Ebene ist es vor allem die immer wieder beeindruckende Gastfreundschaft, die manchmal beschämend großzügig ist. Und die sich nur zum Teil zurückspiegeln lässt.

  • Haben sich durch die Studienreisen für die Fachhochschule und auch für Sie weitergehende Verbindungen ergeben?

Fieguth: Auf Dozentenebene lassen sich Vorträge und Studienaufenthalte arrangieren. Aus Südafrika und China habe ich immer interessantes Material für meine Vorlesungen mitnehmen können. Umgekehrt profitieren die Fachkollegen und -kolleginnen dort von unserem Know-how. Auf Studienreisen nach Europa kommen sie dann auch gerne für Vorträge oder gemeinsame Seminare nach Kehl. Darüber hinaus ergeben sich immer wieder Verbindungen, die sich für unsere Studierenden für Auslandspraktika nutzen lassen. Leider ist umgekehrt der Weg aus Südafrika nach Deutschland für die meisten südafrikanischen Studierenden – auch mit Zuschüssen – finanziell kaum leistbar.

  • Seien Sie ehrlich, wie hoch ist der Anteil des Urlaubs an den Studienreisen?

Fieguth: Wenn Sie mit Urlaub etwa meinen, dass man die Seele so richtig baumeln lassen könnte, dann ist dafür das Programm bei den meist 14-tägigen Studienreisen viel zu dicht gedrängt. Gerade als Leiter einer solchen Studienfahrt sind Sie ja auch permanent in der Verantwortung, müssen fehlgeleiteten Koffern hinterher forschen, wegen geklauter Pässe auf das Konsulat gehen oder sich um Beschädigungen an den Mietautos kümmern. Bei Erkrankungen oder Verletzungen muss man mit zum Arzt oder ins Krankenhaus – nicht gerade das, was ich unter Urlaub verstehe. Eher sammelt man viele Eindrücke, die es anschließend zu verarbeiten gilt. Und dabei gibt es natürlich – gerade bei einer interessierten und aktiven Gruppe von Studierenden – auch viele sehr schöne und intensive Momente, welche den Aufwand für die Organisation und Durchführung einer Studienreise mehr als rechtfertigen.

1 Kommentar

  1. geschrieben am 21. September 2020 um 11:31 Uhr | Permalink

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