Die einen freuen sich über den milden und sonnigen November, der einst von nasskaltem Wetter geprägt war und genießen die Zeit im Freien. Andere machen sich Sorgen um das Klima, die Naturkatastrophen und das Eisschmelzen an der Arktis.
Der Meeresspiegel stieg in den vergangenen 15 Jahren um mehr als 5 Zentimeter. Die Temperaturen auf der Erde werden bis ins Jahr 2100 wohl doppelt so schnell steigen wie im vergangenen Jahrhundert.Das Klima verändert sich in rasanter Geschwindigkeit, die Berichte des Weltklimarates IPCC lassen keinen Zweifel mehr daran.
Zeit dagegen zu steuern?
Hier sind nicht nur der Weltklimarat und die führenden Industriestaaten gefragt. Erreichen kann man auch schon etwas im Kleinen.
So sind bei diesem Thema auch die Kommunen gefragt.
Eine der führenden Kommunen in Sachen Klimaschutz ist die Universitätsstadt Tübingen. Mit dem grünen Oberbürgermeister Boris Palmer und der 2008 ins Leben gerufenen städtischen Klimaschutzkampagne „Tübingen macht blau“ zeigt die Universitätsstadt, wie dem Klimawandel entgegen gewirkt werden kann.
Ziel ist es, breite Bevölkerungsschichten für den Klimaschutz zu sensibilisieren und zu aktivieren, um bis 2010 zehn Prozent CO2 einzusparen. Bis 2020 sollen 70% eingespart werden.
Auf der Internetseite der Kampagne kann sich jeder Bürger von dem CO2-Rechner seinen persönlichen CO2-Ausstoß errechnen lassen, die Stadtwerke Tübingen fördern den Einbau von energieeffizienten Heizungspumpen, den Ökostrom, Solarenergie und Tübinger Fahrschulen bieten Spritsparkurse an. Außerdem können Autokäufer mithilfe des Klimapasses sofort erkennen, wie viel CO2 ihr Wunschauto ausstößt. Die beste Kategorie ist natürlich blau. 13 Tübinger Autohäuser beteiligen sich an dem Klimapass. Die Stadt investiert bei öffentlichen Gebäuden in Solaranlagen und Gebäudedämmung.
„Tübingen macht blau“ hat es geschafft. Die Kampagne ist über die regionalen Grenzen hinaus bekannt und hat sichtlich Erfolg.
Tübingen macht es vor, Ökologie und hohe Lebensqualität lassen sich vereinbaren. Die Universitätsstadt zeigt, dass es sich lohnt, Klimaschutz zu betreiben und damit der intergenerativen Gerechtigkeit, die in der neuen kommunalen Doppik hoch oben steht, nicht nur in Sachen Finanzen, sondern auch in Bezug auf die Umwelt, gerecht zu werden.
Am 10. März 2010 besucht Oberbürgermeister Boris Palmer die Hochschule in Kehl im Rahmen des Studium Generale und berichtet über „Eine Stadt macht blau – Klimaschutz in der Kommune“.

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