Verwaltung.modern

Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Die Kommune als Vorreiter in Sachen IT – Bürgerservice einmal anders gedacht

Dieser Beitrag entstand aus einem Dialog zwischen Matthias Schwenk und Thorsten Koch basierend auf dem Beitrag “Anfängerkurs für computermüde Führungskräfte” von Julien Christof.

Im Zuge des raschen Wandels in der Informationstechnologie müssen nicht nur Gemeindeverwaltungen aufpassen, dass sie den Anschluss nicht verlieren, sondern auch weite Teile der Bürgerschaft und Einrichtungen in den Gemeinden. In diesem Kontext hat Julien Christof vorgeschlagen, dass jede Stadtverwaltung und jeder Kreis einen eigenen IT-Berater haben sollte, der sich fortwährend weiterbildet, neue Entwicklungen aufnimmt, die Mitarbeiter schult, eine IT-Strategie für die Verwaltung entwickelt und die Außendarstellung der Gemeinde mitprägt.

Darauf aufbauend hatte Matthias Schwenk weitergedacht, dass ein solcher IT-Berater nicht nur für die Kommune als Behörde da sein sollte, sondern im Sinne eines “Technology Evangelist” neue Instrumente, Software und Medien auch in der Bevölkerung, in den Schulen und in den (kleineren) Unternehmen bekannt machen sollte.

Bürgerservice so verstanden wäre eben nicht nur die Bereitstellung von Verwaltungsdienstleistungen, sondern würde auch dafür Sorge tragen, dass die Kommune als Gemeinschaft von Bürgern den Anschluss an die Informationstechnologie nicht verliert, sondern wettbewerbsfähig und attraktiv bleibt. Die Idee leitet sich aus der Annahme ab, dass der Staat dafür Sorge zu tragen hat, dass Infrastruktur und Bildung für die Bürger immer auf einem zeitgemäßen Niveau zur Verfügung stehen.

Streng wirtschaftlich betracht, besteht der Nutzen für die Verwaltung darin, dass sie durch ihren Einsatz die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt und so ihre Steuerbasis sichert. Auf der Bildungsebene fördert die Kommune dadurch das Wissen und die Methodenkompetenz in den Schulen und erhöht insgesamt die Medienkompetenz der Bürgerschaft. Dieser Aspekt führt zu einem Standortvorteil für die Kommune an sich.

Bei aller Außenwirkung darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Gemeindeverwaltung durch einen IT-Berater ihre Effizienz und Effektivität steigern kann. Nicht zuletzt kann ein solches Engagement dazu beitragen, dass die Gemeindeverwaltung in den Augen ihrer Bürger gerade nicht als zurückgebliebene, intransparente Behörde, sondern als treibende Kraft und kompetenter Dienstleister für die Bürger wahrgenommen wird. Aus Sicht des E-Government verschmelzen die Bereiche E-Administration und E-Democracy in Person des IT-Beraters.

Manch einer wird sich genau die Frage stellen, die wir hier in den Raum stellen wollen: Ist die öffentliche Verwaltung bereit für ein Umdenken in diese Richtung?


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