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Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Archiv des Themas Spaß:

Peter Derber: “Stress hat nur der Leistungsschwache” (Rezension)

Net gmault isch globt gnug!, lautet angeblich ein schwäbischer Spruch. Dass Loben zum Führen gehört, ist Allgemeinplatz. Sehr gern gelebt, doch zu wenig thematisiert: dass auch Runtermachen eine wichtige Führungsqualifikation ist. Natürlich gibt es Naturtalente, denen diese Qualifikation mit in die Wiege gelegt wurde. Andere ergattern sie durch ihre Profession. Die Verwandlung des Amtes durch den Menschen dauert etwas länger als die Verwandlung des Menschen durch das Amt, soll Joschka Fischer dazu mal gemeint haben. Wem bislang weder nature noch nurture beim gelebten Reinwürgen beisprangen, der könnte sich durch den Untertitel des Buches Stress hat nur der Leistungsschwache angelockt fühlen. Der Untertitel lautet nämlich: die fiesesten Chef-Sprüche. Passen tut er nicht wirklich. Denn der Autor Peter Derber (ein Pseudonym) hat nicht nur fiese Sprüche versammelt. Vielmehr handelt es sich bei Derbers Buch mit „mehr als 500 Sprüchen“ (so Derber in der Einleitung) um eine „kleine Redeblumensammlung“: Floskeln, Phrasen und Plattitüden. Im Anhang der Sprüche-Sammlung findet sich ein Glossar Buzzwords beherrschen sowie eine Anleitung für Plattitüden-Poker: das Spiel. Weiterlesen »

Rich E. Dreben, Murdoc Knight und Marty A. Sindhian: “Als ich mich nackt auf die Haarbürste setzte” (Rezension)

Der Vertiefungsschwerpunkt VII des Bachelorstudiengangs in Kehl beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Krankenhausmanagement. Und zu managen gibt es eine Menge. Zum Beispiel könnte irgendwann die Frage auftauchen, inwieweit eine Krankenversicherung die Kostenübernahme verweigern darf, weil ein Patient Dinge in Unterleibsregionen einführte, wo sie nicht hingehören – und inwieweit die Begründungen des Patienten Vorsatz mutmaßen lassen. Mit 100 objects inserted and ingested in places they shouldn’t be (so der Untertitel der englischen Originalausgabe) beschäftigen sich die Mediziner Dr. Rich E. Dreben, Dr. Murdoc Knight und Dr. Marty A. Sindhian. Titel der deutschen Fassung: Als ich mich nackt auf die Haarbürste setzte, Untertitel: Peinliche Geschichten aus der Notfallambulanz. Weiterlesen »

Walter Moers, “Sex, Absinth und falsche Hasen” (Rezension)

Picasso war berüchtigt für die zahlreichen Variationen, die er von seinen eigenen Werken schuf.“ Das liest man in dem Buch Sex, Absinth und falsche Hasen (Untertitel: Eine Weltgeschichte der Kunst) bei der Beschreibung der Bild-Persiflage Pablo Picasso, ’Guernica Nr. 27’. Und auch Walter Moers, Verfasser von Sex, Absinth und falsche Hasen, hat mit diesem Buch die Variation eines bereits vorhandenen Werkes abgeliefert: Sex, Absinth und falsche Hasen ist die überarbeitete Neuausgabe des großformatigen Bildbandes Arschloch in Öl. Gegenüber Arschloch in Öl ist das Vorwort erweitert. Es spricht das Kernthema beider Bücher sofort an: „Das ’Kleine Arschloch’ in der Bildenden Kunst – ein Thema, mit dem man Museen und viele Bildbände füllen könnte. Trotzdem hat die Kunstgeschichte dieses Sujet bisher sträflich vernachlässigt. Man darf von Ignoranz sprechen, vielleicht sogar von Zensur [...] Es ist höchste Zeit, dass sich auch die Kunstwelt mit diesem anregenden Thema näher beschäftigt. Mit diesem Buch ist zumindest ein Anfang gemacht.“ Weiterlesen »

Raymund Krauleidis, “Bürokrankheiten” (Rezension)

Vor einiger Zeit wurde an dieser Stelle ein Buch besprochen, dass ganz und gar der berüchtigten Bürokrankheit Aufschieberitis gewidmet ist. Natürlich aber ist Aufschieberitis keineswegs die einzige gefährliche Bürokrankheit. Raymund Krauleidis, von Haus aus Diplom-Kaufmann und Controller (Controlling für Dummies!) hat dieses Jahr ein Werk vorgelegt, das den einfachen Titel Bürokrankheiten trägt. „In diesem Buch werden erstmals die wichtigsten Bürokrankheiten zusammengetragen und dargestellt – inklusive ihrer jeweiligen Erscheinungsformen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten“, so Krauleidis. Weiterlesen »

Nick L. Brille (Pat Lauer und Birgit Adam): “Tatortreiniger gesucht” (Rezension)

Rein theoretisch – und nur rein theoretisch – wäre es möglich, dass der/die eine oder andere Studi in Kehl oder Ludwigsburg unzufrieden ist mit dem ihm/ihr drohenden beruflichen Schicksal. Ehe nun aber die Verzweiflung derart überbordet, dass man sich an einen montypythonesken Berufsberater wendet, sollte man sich das laut dem Autorenteam Lauer/Adam „epochale Werk“ Tatortreiniger gesucht zu Gemüte führen. Lauer/Adam versammeln unter ihrem Pseudonym Nick L. Brille in Tatortreiniger gesucht immerhin 50 Job-Beschreibungen für „seltene und seltsame, schöne und schreckliche, unsinnige und aberwitzige Berufe“. Dabei finden sich beide Extreme: einerseits eine Reihe von „rattenscharfen, megageilen oder total abgefahrenen“ Jobs, andererseits „Berufe, die Sie nicht einmal Ihrem Schwager wünschen, Jobs, die sich offenkundig nur Beelzebub, Saddam Hussein (okay – der nicht mehr) oder der Ghostwriter von Thilo Sarrazin ausdenken konnten.“ Aufgeteilt sind die 50 Job-Beschreibungen in neun Kapitel. Am Schluss jeder Job-Beschreibung folgt eine kurze Job-Bewertung mit null bis fünf Sternchen, und zwar nach den Kriterien Gefahr, Langeweile, Seltenheit, Ekelfaktor, Neidfaktor. Weiterlesen »

Wohnst du schon oder suchst du noch

Ob Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen, Freiburg oder Mannheim – Erstsemester der namhaften Studentenstädte Baden-Württembergs kennen das Problem: ihr Studium beginnt und eine Unterkunft ist noch nicht in Sicht. Zwar hat Kehl nicht gerade den Ruf als typische Studentenstadt inne, aber auch hier wollen die rund 1.100 Studenten der Hochschule für öffentliche Verwaltung nicht auf der Straße sitzen. Deshalb stehen neben zahlreichen Privatunterkünften drei voll möblierte Studentenwohnheime zur Verfügung, die Platz für 367 Studenten bieten.

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Verfolgungsjagd – Das Image der Beamten

Der gehetzte Staatsdiener, Foto: Hartmann

Der gehetzte Staatsdiener, Foto: Hartmann

Mit einem rasanten Spurwechsel nimmt er zielstrebig den linken, ins zwölfte Obergeschoss des Rathausgebäudes führenden Treppenstreifen unter die Gummisohlen seiner outdoor-funktionalen Sportsandalen. Einen koffeinfreien Kakao-to-go in der rechten Hand haltend erreicht er triefend nass und schweißgebadet eine Minute vor neun – also kurz nach Sonnenaufgang – seinen nahezu unbenutzten, farbenfrohen, grauen Bürostuhl.

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