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Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Archiv des Themas Rezension:

Hutchinson et al., „Atlas der Ozeane“ (Rezension)

Für gewöhnlich endet der Versuch, eine Weltkarte zu produzieren, damit, dass man außer dem Antarktischen Kontinent zwei Meeresgebiete auseinanderreißt: Nordpolarmeer sowie einen großen Ozean (im chinesischen Fernsehen den Atlantik, in unserem den Pazifik). Auch ansonsten sehen wir auf unseren Karten die Meeresgebiete als vernachlässigenswert an und als das, wo eine Karte getrost enden kann. Nicht umsonst heißt der Kram schließlich meist auch ’Landkarte’. Einen anderen Weg beschreitet das National-Geographic-Werk Atlas der Ozeane, Untertitel Geographie, Lebewesen, Klima und Naturphänomene. Die Texte wurden verfasst von den Wissenschaftlern Dr. Stephen Hutchinson (NOC Southampton), Prof. Johann Reinder Erlers Lutjeharms (UCT Kapstadt), Beverly McMillan, Prof. John A. Musick (VIMS Williamsburg), Dr. Bernard Stonehouse (SPRI Cambridge) und Prof. Matthias Tomczak (Uni Adelaide). Allerdings machen die von diesen sechs Leutchen verfassten Texte wohl nur rund ein Drittel des Buches aus; den Rest des Buches nehmen die laut Verlag 850 Fotos, Diagramme, Illustrationen und Karten ein (57 physische, über 150 thematische).  Weiterlesen »

Peter Maass’ „Öl“ (Rezension)

Nach der angeblich erfolgreichen Schließung des Deepwater-Horizon-Öllecks im Golf von Mexiko kann man doch in Sachen Öl zur Tagesordnung übergehen - oder etwa nicht? Kann man schon. Sollte man aber vielleicht nicht unbedingt. Denn es „führt eine Spur vom Golf zu jedem Erdölverbraucher in der westlichen Welt“, kommentierte Bundesumweltminister Röttgen die Deepwater-Horizon-Ölkatastrophe. Es ist nicht die einzige Schmutzspur. Der „schicksalsentscheidene[n] Macht“ des Erdöls geht der US-Journalist Peter Maass  in seinem Buch Öl nach, Untertitel Das blutige Geschäft. Nicht zu Unrecht ist das Buch-Cover wie bei einem Thriller gestaltet. Allerdings wird für gewöhnlich in einem Thriller der Schurke nicht im Titel genannt. Denn, um es vorweg zu nehmen: Am Ende des Buches ist man ziemlich überzeugt davon, dass der Umgang mit diesem Rohstoff ihn zu einer bedeutsamen Kraft des Bösen in der Welt macht, der schwache Charaktere verfallen wie dem Ring im Herrn der Ringe. Immerhin aber sind die Bösewichte modischer angezogenen als im Herrn der Ringe. Weiterlesen »

David Lindens “Das Gehirn” (Rezension)

’Jo mei, dös ganze Hirn is furt!’, mag sich so mancher Student während so mancher schriftlichen Prüfung gedacht haben, derweil die Haare vom Haareraufen so spärlich wurden wie die unseres Bibliotheksleiters. Doch nein! Es ist nicht fort! Es ist noch da! Und gramerfüllt soll es nicht sein durch irgendwelche Prüfungen, die irgendwelchen Stoff abrufen wollten, der nicht erinnerlich war! Apropos: Der wichtigste Zweck, dem das Gehirn dient, ist laut dem US-Prof David J. Linden die „Speicherung von Erinnerungen, katalogisiert durch Gefühle“ wie Furcht, Freude, Liebe, Wut oder Trauer, die die gemachte Erfahrung als bedeutsam und speichernswert kennzeichnen. Wenn ein Lernstoff nicht gespeichert wurde, lag es also einfach am Mangel von Furcht, Freude, Liebe, Wut oder Trauer, und das würde immerhin bedeuten, dass so manche Vorlesung keine fürchterliche und/oder traurige Veranstaltung ist… Weiterlesen »

Gerhard Berz’ „Wie aus heiterem Himmel?“ (Rezension)

Hätte man vor rund zwei Wochen diesem Sommer gar nicht mehr zugetraut: Draußen ist’s heiter. Das ist gut, wenn man davon absieht, dass aus heiterem Himmel Naturkatastrophen drohen können. Praktisches Grundwissen über solche Naturgefahren, ihre Folgen und Folgen-Vermeidung vermittelt ein im Frühjahr erschienenes, fakten- und aufschlussreiches Buch namens Wie aus heiterem Himmel?, erster Untertitel Naturkatastrophen und Klimawandel, zweiter Untertitel Was uns erwartet und wie wir uns darauf einstellen sollten. Autor ist Prof. Dr. Gerhard Berz, „Master of Disaster“ (Focus) und langjähriger Leiter des Bereichs Elementargefahren bei der Münchener Rückversicherung. Entgegen seiner Profession enthält Berz sich i.d.R. der ’Assekuranzen-Diktion’: Wegen seiner allgemeinverständlichen und präzisen Sprache ist das Buch gut wegzulesen. Ich gebe sogar zu, an einer Stelle geschmunzelt zu haben, nämlich in einem Info-Kästchen mit Verhaltenstipps im Überschwemmungsfall: „Hochwertiges Hab und Gut (inkl. Dokumente) in obere Stockwerke tragen (Weinflaschen nicht vergessen: Etiketten lösen sich im Wasser).“ Immerhin könnte der Weinkenner im Anschluss ans Hochwasser dann eine ganz spezielle Art der Blindverkostung probieren: ohne des Rätsels Lösung. Weiterlesen »

André de Guillaumes „Wie man berühmt wird“ (Rezension)

Für alle, die für die Zeit nach dem Examen noch keine Stelle haben und nicht wissen, welchen genauen Weg ihre Karriere einschlagen soll – werden Sie doch einfach berühmt! Dazu sollten Sie vorher unbedingt ein schmales Bändlein lesen, das letzten Monat erschien und weitaus unterhaltsamer und karrierefördernder ist als viele andere Berufsanfänger-Bücher: Wie man berühmt wird – das Handbuch für den angehenden Superstar. Unter dem Pseudonym André de Guillaume veröffentlicht, gibt Ihnen dieses Brevier wertvolle Ratschläge, „wie man plant, sich selbst durch faire oder unflätige Mittel ins Rampenlicht zu setzen, und wie man, wenn man dort erst einmal angekommen ist, die Augen der Welt auf sich gerichtet hält“, so der Autor zu Beginn des Buchs: „Betrachten Sie dieses handliche Buch als Ihren Reisepass zum Ruhm.  Weiterlesen »

Iris Seidenstrickers „Worum es wirklich geht“ (Rezension)

Wenn dieser Tage Diplomarbeiten verfasst werden, macht sich manche/r vielleicht Gedanken darüber, was für ein hübsches Zitat man vorne als Galionsfigur an das Wissensschiff nageln soll, welches demnächst zu Wasser gelassen wird. Immerhin rund 730 geflügelte und nicht ganz so geflügelte Worte trägt Iris Seidenstricker unter 24 Überschriften in ihrem letzten Monat erschienenen Buch „Worum es wirklich geht“ zusammen. Untertitel: „Die großen Wahrheiten“, was natürlich Unsinn ist. Erstens dadurch, dass 4/5 der „Wahrheiten“ aus Europa stammen, was höchstens noch unverbesserliche Eurozentriker vermuten würden. Zweitens durch das, was in dem Buche steht, und zwar im Kapitel Die großen Wahrheiten über die Wahrheit: „Von jedem Gedanken, der gedacht werden kann, ist auch das Gegenteil wahr.“ Meinte Hildegard von Bingen, die bei so viel Relativismus gemäß damaliger christlich-abendländischer Gepflogenheiten eigentlich auf einen gescheiten Scheiterhaufen gehört hätte.  Weiterlesen »

Theorie und Praxis: Schirrmachers „Die Eichhörnchen-Strategie“ (Rezension)

Ratgeber gibt es wie Sand am Meer, und sie verkaufen sich normalerweise nicht schlecht: Man möchte ja nicht als beratungsresistent gelten. Das hier besprochene Buch soll helfen, Alltags- und Arbeitswelt zu optimieren – und zwar mit tierischen „Strategien und Tricks“. Autorin ist die Journalistin Elise Schirrmacher. In Schirrmachers Buch Die Eichhörnchen-Strategie „geht es um uns und um die Frage, was Tiere besser können als wir – ob bewusst oder unbewusst.“ Weiterlesen »

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