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Archiv des Themas Personalmanagement:

Innovativ und zielgruppengerecht: Das „Einsteigerprogramm“

Autoren: Melina Savvidis und Marc-Oliver Buck, Personalentwicklung, Landratsamt Rems-Murr-Kreis

Das Landratsamt Rems-Murr-Kreis bietet Absolventinnen und Absolventen der Verwaltungshochschulen in Ludwigsburg und Kehl den etwas anderen Einstieg in das Berufsleben nach dem Studium. Das „Einsteigerprogramm“ schafft für motivierte Studienabgänger/-innen die Möglichkeit, ihre ersten zwölf bis 18 Monate nach dem Studium mit einer zu ihnen passenden Mischung aus Projektarbeit, Alltagsarbeit und individueller Weiterbildung zu gestalten.

Im Vorfeld zur vergangenen Personalmesse am 21. September 2017 in Ludwigsburg hatte die Personalentwicklung des Landratsamts in den verschiedenen Ämtern und Stabsstellen ihres Hauses nach Projekten gefragt, die Studienabgänger/-innen des gehobenen Verwaltungsdienstes innerhalb eines Jahres umsetzen können. Stabsstellen, Querschnittsämter, Ordnungs- und Sozialverwaltung reichten daraufhin Projekte und Anforderungen an die Absolventen/-innen ein, definierten Meilensteine und fachliche Mentoren.

Die verschiedenen Projekte konnten dann auf der Personalmesse an interessierte Studierende vermittelt werden. Die Projekte drehten sich unter anderem um den Aufbau einer Nachfolgeplanung, die Einführung eines zentralen Controllings oder die Umsetzung von Integrationsmaßnahmen.

Studierende haben sich nach der Messe auf diese Projekte beworben – und als „Einsteigerin“ oder „Einsteiger“ im Landratsamt Rems-Murr-Kreis übernehmen sie neben diesem Projekt ab dem 1. März 2018 auch Aufgaben der klassischen Alltagsarbeit in dem „Heimatbereich“, in dem auch ihr Projekt stattfindet.

Unter Berücksichtigung der speziellen Anforderungen an das Projekt sowie der bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten werden für die Programmteilnehmenden sechs Seminartage gemeinsam mit der Personalentwicklung individuell ausgewählt. Darüber hinaus nehmen sie an sogenannten „Fachgesprächen“ teil, die von Vertreterinnen und Vertretern wichtiger Querschnittsbereiche geführt werden, um schnell und bewusst die Strukturen und Abläufe des Landratsamts kennenzulernen.

Gemeinsam mit der Personalentwicklung analysieren sie regelmäßig den Verlauf ihres Einsteigerprogramms. Im Fokus dieser Reflexionsgespräche stehen etwa der Verlauf der Projekte oder die Planung der Seminare. Bei Bedarf kann die konkrete Gestaltung der 18 Monate auch flexibel angepasst werden – etwa durch interne oder auch externe Hospitationen.

Nach frühestens zwölf und spätestens 18 Monaten bewerben sich die Einsteigerinnen und Einsteiger auf eine andere Stelle im Landratsamt.

Aufbau und Implementierung eines ganzheitlichen Personalmanagementkonzepts

Autor: Dr. Lothar Barth

Autor: Lothar Barth, Beigeordneter für Personal, Organisation udn Zivilschutz der Stadt Aachen. Seit 14 jahren Lehrbeauftrater der HVF Ludwigsburg

Die Stadt Aachen befindet sich so wie ähnliche Personalverwaltungen auch in einer als unbefriedigend empfundenen Situation: Mit dem Standardinstrumentarium aus Wiederbesetzungssperren, kleinteiligen Aufgabenkritiken, Verzögerungen von Beförderungen usw. versucht man der allgemeinen Finanzproblematik Herr zu werden. Gleichzeitig bemerkt man selbst für hochwertige Stellen einen doch deutlichen Qualitäts- und Quantitätsrückgang bei Bewerbungen. Dieses kurzfristige Agieren wird in der Zwischenzeit spöttelnd als „Management bei Handballtorwart“ bezeichnet: Dies bedeutet, dass auf die täglichen Aufgaben und Anwürfe nur noch reagiert wird; eine Strategie kann nicht mehr aktiv verfolgt werden. Dies öffnet gleichzeitig Flanken für teilweise sogar berechtigte Kritik der Personalräte, der Mitarbeiterschaft, der Gewerkschaften sowie der Verwaltungsleitung. Auch schafft diese kurzfristige Arbeitsweise hinsichtlich der politischen Entscheidungsgremien eine gewisse Legitimationslücke. Um diese Entwicklung umzudrehen und wieder gestaltend tätig zu werden, hat sich die Stadtverwaltung Aachen entschlossen, ein ganzheitliches Personalmanagementkonzept (GPM) auf Grundlage des siebenteiligen Personalmanagementmodells der KGSt zu entwickeln. Ziel eines solchen GPMist der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit im Personalwesen. Unter allen Umständen soll vermieden werden, dass die Entwicklung ähnlich wie Anfang der neunziger Jahre zu einer Modernisierungslücke[1] führt. Weiterlesen »