Verwaltung.modern

Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Archiv des Themas Gleichstellung:

Arbeitsmigrations- und Integrationspolitik aus postkolonialer Perspektive

Referent: Dr. Kien Nghi Ha, Buchautor/Politologe aus Berlin

Studium Generale am 15.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Angesichts der verstärkten Aufnahme von geflüchteten Menschengruppen aus dem außereuropäischen Raum rückt die Migrations- und Integrationspolitik erneut in das Zentrum der politischen Debatte. Neben der bedarfsgerechten Aufstockung von Sprach- und Integrationskursen sollen auch die Verschärfung von Sanktionsmaßnahmen und die beschleunigte Abschiebung von Menschen ohne Bleiberecht den Erfolg dieser Politik sicherstellen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung werden im Vortrag die Kriterien für eine nachhaltige Antidiskriminierungs- und Gleichstellungspolitik in der modernen, demokratischen und durch kulturelle Diversität strukturierten Einwanderungsgesellschaft diskutiert. Hier stellt sich die Frage, inwieweit die bisherige Integrationspolitik tatsächlich nachhaltig ist, wobei die Nachhaltigkeit der gelungenen Integration, im Sinne des Verfassungsauftrags, als umfassende politische, sozioökonomische und kulturelle Gleichstellung von Deutschen auf Color und migrantischen Communities verstanden wird.

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Barrierefrei mitbestimmen: Beteiligungsmöglichkeiten für Gehörlose

Demokratie lebt vom Miteinander und Mitbestimmen. Teilhabe setzt aber Wissen voraus, den Zugang zu Informationen, zu öffentlichen Plätzen und Einrichtungen. Barrierefreiheit heißt das. Aber eben daran mangelt es in Deutschland, so dass behinderte Menschen oft “draußen” bleiben.

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Landesgleichstellungsatlas erschienen

Gelegentlich ist an den Hochschulen für öffentliche Verwaltung des Landes die Klage zu hören, dass sich mehr AbsolventInnen für den Posten als BürgermeisterIn interessieren sollten. Hinter vorgehaltener Hand wird manchmal ergänzt, dass das verglichen mit früher gesunkene Interesse einem höheren Frauenanteil in der Studierendenschaft anzulasten wäre. Bei der Frage, wieso das so sei, tauchen verschiedene Hypothesen auf, beispielsweise: Familiengründung stünde bei Absolventinnen stärker im Vordergrund als bei Absolventen. Eine andere Hypothese kann man aus dem gestern von Ministerin Altpeter vorgestellten baden-württembergischen Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern herauslesen, den das Sozialministerium in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt für Baden-Württemberg erstellt hat. Laut dem Atlas saßen in den Gemeinderäten Baden-Württembergs 2012 durchschnittlich 78 Prozent Männer, wobei die Spannbreite von 85 Prozent (Neckar-Odenwald-Kreis) bis 58,3 Prozent reicht (Karlsruhe). Und vielleicht denkt eine potentielle Bürgermeisterin angesichts dieser Zahlen: „Ach nö, das muss ich mir nicht antun…“

Doch nicht nur solche Zahlen, die sich bis auf wenige Ausnahmen auf das Jahr 2011 beziehen, sind aus dem Landesgleichstellungsatlas herauszulesen: Anhand von 36 Indikatoren aus den Bereichen „Partizipation“, „Schulische Bildung“, „Arbeit und Sicherung des Lebensunterhalts“ und „Lebenswelt“ zeigt er weitere mehr oder minder starke Unterschiede in den 44 Stadt- und Landkreisen auf. Damit ergänzt er im Übrigen auch den zweiten Gleichstellungsatlas des Bundes.

Hyperlinks:

Bundesweite Aktionswoche “Wirtschaft + Familie = Wachstum”

Seit 2009 werden auf Empfehlung der Wirtschaftsministerkonferenz deutschlandweit im Zweijahresrhythmus Veranstaltungen zur Aktionswoche “Wirtschaft + Familie = Wachstum” durchgeführt. Die bundesweite, länderübergreifende Aktion soll das Thema „Familienbewusste Personalpolitik / Vereinbarkeit Beruf und Familie“ stärker in den Mittelpunkt rücken – und zwar unter dem Gesichtspunkt, dass eine familienbewusste Personalpolitik Voraussetzung für den Erhalt und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und des Wirtschaftsstandorts Deutschland und seiner Regionen ist. Weiterlesen »

Die Geschichte der Frauen im Recht

Die Geschichte der Ungleichbehandlung von Männern und Frauen hat eine lange Tradition. Religion und Wissenschaften wurden bemüht, um diese Ungleichbehandlung zu rechtfertigen.  Die Frau galt als ein hilfloses minderwertiges Geschöpf, das dem Schutz des Mannes bedurfte. Diese Schutzbedürftigkeit rechtfertigte ihre Rechtlosigkeit.

 Der Kampf der Frauen um Gleichbehandlung im Arbeitsleben und im politischen Bereich wurde erst zu Beginn des 19. Jh. in die Öffentlichkeit getragen. Doch selbst 2009 schrieb der Spiegel noch “Nur jede 25 Chef ist eine Frau”.  Der Kampf um private Rechte und Gleichbehandlung in der Familie führte lange Zeit eine eher untergeordnete Rolle. Erst Mitte des 20. Jh. wurde diese Forderung in Deutschland in der Öffentlichkeit diskutiert. Dabei hatte die Französin Olympe de Gouges  (1748 – 1793 )  schon während der französischen Revolution nicht nur politische Rechte für Frauen gefordert, sondern obendrein einen Sozialvertrag zwischen den Ehegatten und mehr Rechte im Zivilrecht. Olympe de Gouges forderte: „Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen; sie muss gleichermaßen das Recht haben, die Rednertribüne zu besteigen.“ Ironie des Schicksals: Sie hatte die Rednertribüne bestiegen und musste später das Schafott besteigen. Es dauerte noch 160 Jahre, bis ihre Forderung nach Gleichbehandlung im privaten Bereich aufgegriffen wurde.
Eine ausführliche Darstellung der Geschichte der Frauen im Recht finden Sie unter hier.

Warum Gender Mainstreaming in der Bachelor-Ausbildung?

An der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg kann das Studium zum Bachelor of Arts – Public Management absolviert werden. Der Abschluss eröffnet den Zugang zum gehobenen Verwaltungsdienst in Baden-Württemberg. Im Zuge der curricularen Umgestaltung vom Diplom auf Bachelor wurde der Gender Ansatz in die Lehre integriert. Erstmals im Wintersemester 2010/2011 fand Gender Mainstreaming Eingang in die Lehrveranstaltungen im Rahmen eines Querschnittmoduls Ethik, Gender und Management. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Gender Mainstreaming auf der Ebene der Europäischen Union, der Bundes- und Landesverwaltungen sowie der Kommunen zunehmend an Bedeutung gewinnt, wie es in Art 3 EUV als Aufgabe der Europäischen Union verankert ist.

In den öffentlichen Verwaltungen gibt es eine Vielzahl von genderrelevanten Handlungsfeldern: Männer und Frauen sind von Bereichen wie Kultur, Bildung und Sport, Gesundheit, Wirtschaft, Bauen und Wohnen, Verkehr, Natur- und Landschaftspflege, Kinder und Familie, Wirtschaft unterschiedlich betroffen, sie haben andere Bedürfnisse und verfolgen unterschiedliche Interessen. Aufgabe von Verwaltungen ist es, knappe Mittel und Ressourcen wirkungsorientiert, effektiv und effizient einzusetzen. Dies kann nur gelingen, wenn die Entscheidungsträger/innen mittels einer Zielgruppenanalyse eine Vorstellung von den Lebenssituationen und Bedürfnissen der betroffenen Frauen und Männer, Mädchen und Jungen haben und ihnen die unterschiedlichen Wirkungen ihrer Entscheidungen bewusst sind. Sie müssen in der Lage sein, diese Unterschiede mittels verlässlicher Erhebungen und Daten sichtbar zu machen. Deshalb sind die Studierenden mit gendersensiblen Erhebungsinstrumenten vertraut zu machen. Weiterlesen »

Handreichung zur Umsetzung der EU-Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene

Zur Entstehung der europäischen Charta für die Gleichstellung 

2005 hat der Rat der Regionen und Gemeinden Europas (RGRE) auf Initiative des Frauen-Ausschusses des RGRE unter dem Titel „Die Stadt der Gleichstellung” eine Sammlung kommunaler Gleichstellungsprojekte veröffentlicht. Im Anschluss an dieses Projekt wurde unter der Federführung des Frauen-Ausschusses des europäischen RGRE die Charta von Frauen und Männern aus 13 Mitgliedstaaten der Europäischen Union entwickelt. Dies im Rahmen eines durch die EU-Kommission geförderten fünften Aktionsprogramms der Gemeinschaft für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Mitgearbeitet haben Beschäftigte der Städtetage, Politikerinnen und Frauenbeauftragte sowie Expertinnen aus unterschiedlichen Fachbereichen und Wissenschaftlerinnen in den Jahren 2005 und 2006. Die Charta wurde von den Gremien des europäischen Verbandes gebilligt. Das Präsidium der deutschen RGRE-Sektion hat sich am 29. November 2006 mit der Charta befasst und hierzu folgenden Beschluss gefasst:  Weiterlesen »

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