Verwaltung.modern

Was passiert in der öffentlichen Verwaltung?

Arbeitsmigrations- und Integrationspolitik aus postkolonialer Perspektive

Referent: Dr. Kien Nghi Ha, Buchautor/Politologe aus Berlin

Studium Generale am 15.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Angesichts der verstärkten Aufnahme von geflüchteten Menschengruppen aus dem außereuropäischen Raum rückt die Migrations- und Integrationspolitik erneut in das Zentrum der politischen Debatte. Neben der bedarfsgerechten Aufstockung von Sprach- und Integrationskursen sollen auch die Verschärfung von Sanktionsmaßnahmen und die beschleunigte Abschiebung von Menschen ohne Bleiberecht den Erfolg dieser Politik sicherstellen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung werden im Vortrag die Kriterien für eine nachhaltige Antidiskriminierungs- und Gleichstellungspolitik in der modernen, demokratischen und durch kulturelle Diversität strukturierten Einwanderungsgesellschaft diskutiert. Hier stellt sich die Frage, inwieweit die bisherige Integrationspolitik tatsächlich nachhaltig ist, wobei die Nachhaltigkeit der gelungenen Integration, im Sinne des Verfassungsauftrags, als umfassende politische, sozioökonomische und kulturelle Gleichstellung von Deutschen auf Color und migrantischen Communities verstanden wird.

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Facetten der Bienenhaltung

- Bedeutung, Bedingungen, Perspektiven

Referent: Dr. Stefan Horrer, Landesbetrieb Vermögen und Bau, Amt Schwäbisch Gmünd

Studium Generale 15.06.2016, 15:55 Uhr, PH-Hörsaal 4.006, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Honigbienen sind in unserer modernen Welt vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Weltweit ist immer wieder rätselhaftes Bienensterben zu verzeichnen. Eine Welt ohne Bienen ist schwer denkbar. Massive Auswirkungen auf die biologische Artenvielfalt und die landwirtschaftliche Produktion wären sicher. Die Vitalität der Bienenvölker stellt ein Spiegelbild des Zustands unserer Umwelt dar. Herr Dr. Stefan Horrer gibt einen Überblick über die Grundlagen der Imkerei, den Verlauf des Bienenjahres, die aktuellen Gefährdungen für die Bienen sowie das Bienenrecht und Handlungsoptionen zu Gunsten der Bienen.

Die Imkerei kann ökonomisch vernünftig nachhaltig betrieben werden. Bienen können der belebten Natur nicht mehr Substanz in Form von Nektar, Pollen und Honigtau entziehen, als diese in planvoll-verschwenderischer Weise evolutionär sinnvoll zur Verfügung stellt. Die Bienenhalter wiederum entnehmen ihren Völkern nicht mehr, als diese entbehren können. Die übliche Fütterung der Bienen mit Zucker könnte den Kreislauf der nachhaltigen Bienenwirtschaft unterbrechen, wenn der Zucker nicht nachhaltig produziert wird. Dies steht aber dann nicht zu befürchten, wenn der zu fütternde Zucker seinerseits nachhaltig produziert wurde. Dies dürfte dann am ehesten gewährleistet sein, wenn die Zuckerrüben im Verfahren des ökologisch-kontrollierten Landbau erzeugt wurden.

Selbst wenn aber der Futterzucker aus konventionellen Quellen stammt, dürfte die Imkerei bei einer Gesamtbetrachtung gleichwohl nachhaltig sein, da die von ihr ausgehenden positiven Wirkungen auf Natur- und Kulturlandschaften ebenso wie auf Qualität und Quantität der landwirtschaftlichen und erwerbsgärtnerischen Urproduktion die Nachteile nicht nachhaltig produzierten Zuckers bei Weitem überwiegt.

Von Stuttgart 21 zu Pegida – Sind wütende Bürgerinnen und Bürger eine Gefahr oder eine Bereicherung für die Demokratie?

Referent: Felix Steinbrenner, Fachreferent Extremismusprävention, Landeszentrale für politische Bildung

Studium Generale 08.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Ob in Stuttgart bei Protesten gegen Stuttgart 21 oder in Dresden bei Pegida. Proteste wütender Bürgerinnen und Bürger sind Medienereignisse und fordern die Politik zu Reaktionen heraus.
Doch wie sind die Proteste demokratietheoretisch zu werten? In einer Deutung berufen sie sich auf den „gesunden Menschenverstand“, wenden sich gegen vermeintlich korrupte Eliten, moralisieren und polarisieren. Das stellt ein politisches System und eine politische Kultur, die auf Dissens, Auseinandersetzung und schließlich Konsensfindung ausgelegt sind, vor große Herausforderungen. In einer anderen Deutung schließen die Proteste die „Repräsentationslücke“ und integrieren Positionen in das politische System, die durch die Parteien und Medien nicht abgedeckt sind.

Willkommenskultur – Voraussetzung für eine nachhaltige Anerkennungskultur

Referentin: Anne Kathrin Müller, Beauftragte für Migration und Integration, Stadt Ludwigsburg

Studium Generale 01.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.225, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Von manchen als ethische Handlungsgrundlage von Individuen und Gesellschaft gefordert, von manchen als leere Phrase kritisiert, von manchen auch als Beginn des Endes vermeintlich homogener nationaler Kultur gefürchtet – im Zuge zunehmender Migration aus der EU und weltweiten Krisengebieten ist der Begriff „Willkommenskultur“ überall präsent.
Doch was bedeutet Willkommenskultur konkret – sind es klatschende Menschen am Hauptbahnhof München, die Erleichterung bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder interkulturell offene Organisationen? Was bedeutet Willkommenskultur für die Ethik unserer Gesellschaft und für die Integration? Zur Veranschaulichung dienen Praxisbeispiele aus meiner Arbeit als Beauftragte ergänzend.

Dieser Vortrag betrachtet die Entwicklung des Begriffs „Willkommenskultur“ im gesellschaftlichen Diskurs des letzten Jahres. Auf dieser Grundlage geht er den Fragen nach, welche Rolle Willkommenskultur über ein Willkommen-heißen Neuzugewanderter hinaus in der Integration spielt und wie Willkommenskultur nachhaltig gestaltet werden kann.

Das Urheberrecht in der kommunalen Praxis

Referentin: Sabine Baumgärtner, Diplomverwaltungswirtin

Studium Generale: 01.06.2016, 15:55 Uhr, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Die Einladung zur Weihnachtsfeier im Kindergarten mit einem kleinen Weihnachtsgedicht aus dem Internet geschmückt – und schon ist es passiert: Was sicherlich mit keiner bösen Absicht verbunden war und von der Mehrheit in der Bevölkerung sicherlich auch nicht als moralisch verwerflich gesehen wird, führt unweigerlich zum mehrseitigen rechtsanwaltlichen Abmahnschreiben mit Forderungen nach Schadenersatz und einer Selbstverpflichtung unter Strafzahlungsvorbehalt, das aber auch wirklich nie wieder zu tun.

In einer Zeit, in der auch durch den „Durchschnittsuser“ technisch perfekte Kopien von Bildern und Musik erstellt, Dateien veröffentlicht, heruntergeladen und geteilt werden können, in der also vieles technisch machbar ist, kommt dem Urheberrecht als Korrektiv immer mehr an Bedeutung zu, und das Urheberrecht stellt längst kein rechtliches Spezialgebiet mehr dar, sondern ist im Alltag der breiten Bevölkerung angekommen.

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Sind wir ohne Geodaten orientierungslos?

Referent: Luz Berendt, Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung (LGL)

Studium Generale 23.3.2016, 15:55, PH-Hörsaal 2.101, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Wie komme ich von der Büchsenstraße 54 in Stuttgart in die Reuteallee 36 in Ludwigsburg? Wo ist der beste Standort für eine Windkraftanlage? Wie wird morgen das Wetter?

Für Antworten auf all diese Fragen werden Geodaten benötigt. Deshalb sind sie aus allen gesellschaftlichen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Für Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Freizeit und Sport sind Geodaten eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Laut einer wissenschaftlichen Studie haben 57 % aller Informationen in Wikipedia einen Georaumbezug.

Wie entstehen Geodaten? Wie werden sie für jedermann verständlich? Wo verwendet beispielsweise Google sie? Diesen und weiteren Fragen widmet sich Luz Berendt, Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL); denn dort werden die Geodaten vorgehalten, ständig aktualisiert und bereitgestellt. Da unser Leben von so vielen Geodaten durchdrungen ist, möchte er mit Ihnen am 23. März 2016 diskutieren: „Sind wir ohne Geodaten orientierungslos?“

Interkulturelle Öffnung als ethische Maxime

Referentin: Prof. Dr. Andrea Cnyrim, Hochschule Karlsruhe

Studium Generale 9.3.2016, 15:55, Raum 6.007, Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Im Zuge der Diskussion und Umsetzung einer nachhaltigen Willkommens- und Bleibekultur in Deutschland stell sich öffentlichen Verwaltungen automatisch auch die Frage nach den Leitlinien ihres Handelns als der Gesellschaft gegenüber verantwortlichen Organisationen.
In diesem Vortrag wird der Prozess der nachhaltigen Verankerung interkultureller Öffnung am Fallbeispiel des Landkreises Germersheim mit Blick auf die ethischen Grundsätze und die gesellschaftliche Verpflichtung öffentlicher Verwaltungen erörtert. Dabei steht im Vordergrund, wie öffentliche Verwaltungen ganzheitlich und nachhaltig zur Lösung derjenigen drängenden sozialer Probleme im lokalen Umfeld beitragen können, die durch den demographischen Wandel und die Zunahme kultureller Heterogenität in Deutschland entstehen.

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